28. November 2021

Messenger-Dienste: Muss ich WhatsApp löschen? Und was sind die Alternativen?

WhatsApp ist ein datenschutztechnischer Albtraum. Wie alle Produkte des Facebook-Konzerns. Auch wenn du nichts zu verbergen hast: Diese Punkte sollten dir bewusst sein.

Wer hat heute noch Facebook? Die Nutzerzahlen sinken seit Jahren und wahrscheinlich hattest du selbst noch nie einen Account. Trotzdem weiss Facebook Inc. mehr über dich und deine Kolleginnen und Kollegen, als du denkst. Denn auch WhatsApp und Instagram gehören zur Facebook-Gruppe – und alle drei tauschen fleissig Daten untereinander aus. So stehts in den Datenschutzbestimmungen.

👀 So sneaky ist Facebook

 

Facebook kann dir Kontakte vorschlagen, mit denen du keine privaten Berührungspunkte und keine gemeinsamen Facebook-Freunde hast. Und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass du diese Personen sogar kennst. Vom Sehen, Hören – vielleicht hattest du beruflich mit ihnen zu tun. Dieses Phänomen sorgt unter Facebook-Usern regelmässig für Gruselmomente. Und es zeigt, wie tief der Konzern in unser Leben einblicken kann.

Es gibt (fast) kein Entkommen

Wenn dir die Datenschutzbestimmungen des WhatsApp-Messengers sauer aufstossen, solltest du dir bewusst sein, dass auch Instagram deine Daten sammelt und an den Facebook-Konzern weitergibt. Um dem langen Arm von Facebook zu entkommen, hilft aus Datenschutzperspektive nichts anderes, als deine Accounts auf WhatsApp, Instagram und Facebook zu löschen und die Plattformen konsequent zu meiden.

Soll ich WhatsApp trotzdem löschen?

Je mehr Datenquellen die Facebook Inc. anzapfen kann, desto besser für den Internet-Riesen. Denn so wird auch das Bild, das der Konzern von dir hat, komplettiert, und er kann dich und deine Präferenzen besser einordnen – was dich wiederum zum attraktiven Werbeziel macht. Der Wechsel zu einem anderen Messenger würde also in einem ersten Schritt schon helfen. Achte unbedingt darauf, dass du nicht nur die WhatsApp-App löschst, sondern vor allem auch deinen WhatsApp-Account. Und behalte das Datenschutzthema bei der Nutzung von Insta unbedingt weiterhin auf dem Schirm. 

Zuerst muss man sein Umfeld überzeugen

Aber halt: Wenn du als Einziger bzw. Einzige in deinem Freundeskreis von WhatsApp zu einem anderen Messenger wechselt, hast du nichts gewonnen. Mit sich selber chatten macht nur halb so viel Spass. Die erste Hürde ist deshalb, deine Leute davon zu überzeugen, dass sie sich aus den genannten Gründen ebenfalls nach Alternativen umsehen sollten. Bestenfalls nach derselben Alternative, die du auch für dich gewählt hast. Insbesondere zwei Messenger solltest du dir genauer anschauen: 

1 – Threema – Schweizer Vorzeige-Messenger (CHF 3.00)

Threema ist eine kostenpflichtige Schweizer App. In Bezug auf Datensicherheit und Vertraulichkeit ist Threema das Beste, was es zurzeit auf dem Markt gibt. Die App hat weltweit rund 9 Millionen Nutzer und ist unter den grossen Namen der einzige Messenger, der die Auflagen der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) erfüllt. Threema ermöglicht ausserdem eine vollkommen anonyme Kommunikation und sammelt im Gegensatz zu WhatsApp keine Daten.

2 – Signal – Auch nicht schlecht (und kostenlos)

Elon Musk und Edward Snowden nutzen Signal. Diese App geht nicht so weit wie Threema. Eine bedingungslos anonyme Kommunikation ist hier beispielsweise nicht möglich. Sie ist aber eine gute Alternative zu WhatsApp und hat weltweit bereits 40 Millionen aktive Nutzer. Signal wurde von der Signal Foundation mit Sitz in den USA entwickelt. Als gemeinnützige Stiftung ist sie nicht gewinnorientiert.

Telegram: Vom Regen in die Traufe

Telegram hat mehr Nutzer als alle übrigen WhatsApp-Kontrahenten zusammen. Wer sich für Telegram anstelle von WhatsApp entscheidet, gewinnt datenschutztechnisch nichts, im Gegenteil. Einziger Vorteil ist hier, dass deine Daten nicht dem Facebook-Konzern zugespielt werden – ansonsten entblösst man sich als Nutzer sogar noch stärker als bei WhatsApp. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gehört bei Telegram nicht zu den Default-Einstellungen. Das heisst, wenn du nichts tust und die App so nutzt, wie du sie installiert hast, können die russischen Oligarchen-Brüder, denen die App gehört, ohne Probleme mitlesen. Aber nicht nur die Gründerbrüder können mitlesen. Auch alle, die sich etwas mit der Materie auskennen und sich für deine Nachrichten interessieren, können sich Zugriff zu deinen Nachrichten verschaffen. Hinzu kommt, dass bei Telegram nicht alle Nachrichten Ende-zu-Ende-verschlüsselt sind. Ein klares: Nonono zu Telegram.

«There ain’t no such thing as a free lunch»

Gratis-Dienste bezahlen wir in der Regel mit unseren Daten.

Threema will nicht unsere Daten, sondern nur drei Stutz pro User. Signal hingegen will kein Geld und offensichtlich auch keine Daten. Wie geht das? Signal hat unter anderem von einer grosszügigen Anschubfinanzierung des ehemaligen WhatsApp-Gründers Brian Acton profitiert. Acton hat Signal 2018 mit 50 Millionen US-Dollar unter die Arme gegriffen. Fun Fact: Das Geld stammt aus dem Verkauf von WhatsApp an die Facebook Inc. Zusätzlich erhält die Stiftung Spenden und Gelder aus Fonds.

Sowohl Threema als auch Signal sind deutlich vertrauenswürdiger als WhatsApp. Aber auch bei diesen beiden gilt: Immer schön up to date bleiben, was die Nutzungsbedingungen angeht. Bei beiden ist nicht auszuschliessen, dass auch sie eines Tages ins Datengeschäft einsteigen.

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